Über Straßenbahnen in Italien
Die Geschichte der Straßenbahn in Europa und der Welt beginnt in Deutschland. Auf der Berliner Gewerbeausstellung im Jahr 1879 führte Siemens die weltweit erste Straßenbahn vor. Im Jahr 1881 begann der Versuchsbetrieb im Berliner Ortsteil Lichterfelde, im Jahr 1883 folgte der reguläre Betrieb.
Etwa 10 Jahre nach Deutschland fuhr im Jahr 1893 in Mailand die erste italienische Straßenbahn. In Mailand sind bis heute alte Fahrzeuge, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hergestellt wurden und „Ventotto“ genannt werden, im regulären Betrieb unterwegs und prägen das Stadtbild.
Mit der zunehmenden Motorisierung setzte um die Mitte des 20. Jahrhunderts in Städten in ganz Italien, darunter Padua, Verona, Florenz und Bologna, eine regelrechte Kettenreaktion von Straßenbahnstilllegungen ein. In den letzten Jahren werden Straßenbahnen angesichts des wachsenden Umweltbewusstseins jedoch wieder als umweltfreundliches Verkehrsmittel geschätzt, und einige Städte wie Padua haben den Betrieb wieder aufgenommen.
Eine Besonderheit der Straßenbahn in Padua ist der Einsatz einer neuen, aus Frankreich stammenden Technologie namens „Translohr“.
Straßenbahnen in Mailand
Die Straßenbahnen und die U-Bahn in Mailand werden von der Azienda Trasporti Milanesi (ATM) betrieben.
ATM-Baureihe 1500 (ATM serie 1500)

Die Baureihe 1500 wird manchmal auch unter dem Spitznamen „Ventotto“ geführt. Ventotto bedeutet auf Italienisch „28“ und geht auf das Jahr 1500 zurück, in dem die Baureihe 1928 den regulären Betrieb aufnahm.

Aufzeichnungen zufolge wurden viele Ventotto-Straßenbahnen nach dem Ende ihres Einsatzes in Mailand über den Atlantik nach San Francisco gebracht. Auch in San Francisco kann man Ventotto-Straßenbahnen sehen, die wie in Mailand noch immer im regulären Betrieb unterwegs sind.

In der Weihnachtszeit verkehren mit Lichtern geschmückte Wagen. Gesponsert von Coca-Cola.
ATM-Baureihe 4700

ATM-Baureihe 4900



Die Verkehrsschilder sehen wie die japanische Flagge aus.
ATM-Baureihe 7000 (ATM-Serie 7000)

Ab der 7000-Serie wirkt das Design deutlich moderner. Es handelt sich um eine besonders niederflurige Straßenbahn des Herstellers Bombardier Transportation.

ATM-Baureihe 7100

Die Baureihen 7100 und 7500 werden von Hitachi Rail Italy hergestellt.
ATM 7500-Serie (ATM-Serie 7500)

Hitachi Rail Italy ist auch der Hersteller der ETR500-Züge der italienischen Staatsbahn.
Der folgende Artikel stellt italienische Schienenfahrzeuge und den Pendolino vor.

Straßenbahnen in Turin
Die Straßenbahnen und die U-Bahn in Turin werden von der Gruppo Torinese Trasporti (GTT) betrieben.
GTT-Baureihe 5000 (GTT serie 5000)

Diese Straßenbahn gehört auch im weltweiten Vergleich zu den frühen Niederflurmodellen. Sie wurde von der Eisenbahnsparte von Fiat (Fiat Ferroviaria) hergestellt. Das Unternehmen ist auch als Entwickler des Pendolino der italienischen Staatsbahn bekannt, wurde jedoch vom französischen Konzern Alstom übernommen.
Außerdem sind noch Retro-Modelle der Baureihe 2800 im Einsatz.
Die Straßenbahn in Padua

Die Straßenbahn fügt sich sehr gut in das Stadtbild ein. Eine typisch europäische Szenerie.

Der Straßenbahnbetrieb in Padua wurde im Jahr 1954 eingestellt. Nach einem ein halbes Jahrhundert dauernden Dornröschenschlaf wurde er 2007 wieder aufgenommen.
Hier kommt das vom französischen Unternehmen Lohr Industrie entwickelte System Translohr zum Einsatz. Bei genauer Betrachtung des Fotos ist zu erkennen, dass es nicht wie bei einer herkömmlichen Straßenbahn 2 Schienen gibt. In der Mitte befindet sich lediglich 1. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Führungsschiene, die die Straßenbahn lenkt; für den Antrieb sorgen hingegen wie bei einem Auto Gummireifen.
In Italien kommt das System außerdem in Venedig, genauer gesagt im Stadtteil Mestre, zum Einsatz.